Gehirnlähmung

Kapazität, Kapazität, alles schreit nach Kapazität. Mehr, mehr, mehr. Wissenschaft mehr, Religion mehr, Waren mehr, Geld mehr, Erze mehr und mehr und mehr. Aber Kapazitäten sind begrenzt, auch in einer uferlosen Zeit. Auch die Kapazität des Gehirns. Das weis man natürlich und stopft uns daher mit Gedankenmüll voll. Was von dem, das wir alle in allen Schulen gelehrt bekommen, brauchen wir im Leben? Und das, welches wir dann gebrauchen ist, wozu von Nutzen? Denken wir darüber nach? Nein, natürlich nicht. Warum aber nicht? Wir haben keine Zeit. Die Kapazität Zeit wurde uns aus der Hand genommen. Die gehört uns nicht mehr.

Wir leben in einem Karussell, das für uns einfache Menschen geschaffen. Denn wir müssen produktiv sein. Wir müssen produktiv sein. Das einzige Ziel, das Schulen überall in dieser Welt kennen. Mache deine Schüler produktiv. Erzähle ihnen, welche Ziele sie haben müssen. Haben müssen. Unbedingt. Erzähle den Schülern, warum es so wichtig ist produktiv zu sein und dass nicht produktiv sein asozial ist. Was genau haben wir Menschen, die wir produktiv sein müssen, von dieser Produktivität? Arbeiten und kaufen. Arbeiten und kaufen. Immer mehr arbeiten, um immer weniger kaufen zu können. Ist das Produktiv?

Kaum ein Mensch kann sich noch vorstellen, nicht produktiv zu sein. Da kaum ein Gehirn sich vorstellen kann, nicht produktiv zu sein. Weil nicht der Mensch an sich manipuliert wird, es ist sein Gehirn, welches der Manipulation unterzogen wird. Wie sollte der Mensch das ergründen? Woher weis man, dass man ein manipuliertes Gehirn besitzt? Das sollte im Prinzip jeder Mensch erkennen. Wissen bekommt man vermittel durch andere Menschen und diese haben es wiederum von anderen Menschen. So kann das eigene Wissen gar nicht das eigene Wissen sein. Von daher hat man dann die Möglichkeit, sein fremd Wissen, daraufhin zu überprüfen, ob man es für richtig hält. Natürlich sollte man sich dann auch fragen, weshalb man es für sein Wissen oder nicht sein Wissen hält?

Weil man natürlich mit dem Wissen, das man gelehrt bekommen hat, nur schlecht ermitteln kann, ob man es selbst für richtig oder falsch hält. Es braucht Abstand zur inneren Sicht, um seine eigene Sicht zu erfahren. Das macht Mühe und Mühe haben wir uns nur in Sachen Produktivität und Kaufen zu geben. Ansonsten ist Mühe lästig. Uns selbst zu bemühen, um unserer selbst Willen ist unproduktiv. Unseren Arbeitgeber mit den Mühen der Produktivität zu erfreuen, ist unbedingt vonnöten und nicht zu hinterfragen. Um die Produktivität niemals zu hinterfragen, hat man dann einen einzigen Satz kreiert und der wirkt immer. Wenn keiner mehr arbeiten geht … ?

Wenn man nicht arbeiten geht, diesen Satzteil verinnerlichen, dann bleibt man wo man ist und arbeitet für sein eigenes Leben. Ist für sein eigenes Leben produktiv und nicht für den Arbeitgeber und einen Staatsapparat, der nicht für seine Bürger produktiv ist. Produktivität ist ein unmoralisches Wort. Denn es pfeift auf den Lebensraum der Menschen. Es pfeift auf Flora und Fauna. Es ist nicht am Menschen interessiert. Produktivität sieht nur die Handlung und nicht die entstehenden Umstände aus der Produktivität. Produktivität sollte zum Unwort des Jahres gekürt werden. Aber wir Menschen huldigen ihm, da unser Gehirn darin unser Überleben sieht. Woran man klar erkennen kann, dass unser Gehirn einer massiven Manipulation unterliegt. Das Gehirn lebt einfach womit es gefüttert wird. Und das entgegen seiner einzigen und unabdingbaren Maxime. Das Überleben weitmöglichst zu garantieren.

Da wir nun wissen, dass unser Gehirn tatsächlich imstande ist, uns selbst zu verraten, sollten wir dringend unsere Prioritäten überdenken, weil wir uns selbst nicht vertrauen können. Nicht, ohne dass wir uns selbst infrage gestellt haben. Uns selbst von unseren Einstellungen überzeugt haben. Nicht selbst erkannt haben, was wir mit unserem Wissen und unseren Einstellungen machen wollen. Nicht die Produktivität sollte unsere Maxime sein. Wir, jeder einzelne von uns und danach nicht weniger wichtig, die ganze Menschheit, sollte unsere Maxime darstellen. Wenn es unserem Gehirn nicht mehr möglich ist, uns zu schützen, dann müssen wir diese Aufgabe übernehmen. Damit wir unserem Gehirn, seine einzig wirklich wichtige Bestimmung zurückgeben können. Uns zu beschützen.

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