Kosmos

Dieses Bild habe ich vor langer Zeit angefertigt. In einer Zeit, in der meine Seele und mein Herz verloren schienen.

Kosmos

Ein unendlicher Gott kann sich jedem seiner Kinder ganz und gar schenken. Er teilt sich nicht auf, sodass jedes Kind ein Stück von ihm abbekommt, sondern er schenkt sich jedem Kind so vollständig, als hätte er nur dies eine.

A. W. Tozer

Malen hat eine befreiende Wirkung in mir. Wahrscheinlich nicht nur in mir. Aber an manchen Tagen ist es mehr als Befreiung oder Lust am Malen. An gewissen Tagen befreit es von einer Last, die auf der Seele oder dem Herzen ruht. Die Dynamik ist eine andere als sonst. Sie wirkt reinigend, beruhigend und doch aufregend. Man steht vor der leeren Leinwand und wartet. Nicht auf die Antwort, was zu tun sein, es ist ein Warten auf einen Impuls.

Dann geht alles sehr schnell. Wie unter Hypnose entsteht, ein Bild, das alleine in einem selbst lebt. Es ist der Ausdruck eines Empfindens, der sich in der Realität materialisiert. Als ich den Pinsel aus der Hand legte, war ich überrascht zu sehen, was ich zu sehen bekam. Es war die ersten Momente als hätte ich etwa aus mit heraus gemalt von dem ich keine Kenntnis besaß. Erst mit der Zeit offenbarte sich der Sinn des Ganzen in mir.

Es war der Ausdruck einer Zeit, in der ich mich im Leben verloren hatte. Keinen Sinn mehr in meinem Tun fand. Eine große Leere sich in mir offenbarte. Losgelöst von Raum und Zeit, das Lebe um mich herum passierte. Ja, es passierte mich nur noch, da ich keinen Halt mehr darin fand. Ich habe es später Kosmos genannt. Da es den meinen erheblich erweiterte. Irgendwie half es mir wieder halt zu finden. Halt in einer Welt, die leider nicht die Meine ist.

Ich lebe in ihr aber mir gefällt sie nicht. Sie ist zu kalt und unpersönlich. So wenig spirituell zumindest in den Breitengraden in denen ich lebe. Mir fehlt die Tiefe in vielen der Menschen, die mir in meinem Leben begegneten. Die Oberflächlichkeit und die Ignoranz dem Leben gegenüber sind stets anwesend und werden zu jeder möglichen Begebenheit als Trumpfkarte ausgespielt. Erfreulich ist es da hin und wieder auf Menschen zu treffen, mit einer Seele, die Wärme besitzt. Die mit dem Herzen kommunizieren und Spiritualität leben. Die mit Weisheit das Leben betrachten und Erkenntnisse gerne teilen.

2 Gedanken zu “Kosmos

  1. So zu malen ist faszinierend und ich kann die eigene Überraschung über das entstandene Werk nachempfinden. Die Dynamik ist erstaunlich.

    Für mich war malen in gewissen Lebensphasen so etwas wie Überlebenshilfe. Es brachte mich zu mir und meinem Innern, brachte Gestocktes ins Fließen.

    Sich in dieser Welt mit Wärme, Herz und Tiefe einzubringen, erfordert Mut. Aber alles was wir aussenden, kommt auf die eine oder andere Art zu uns zurück.

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    1. Dein letzter Satz gefällt mir besonders gut. Was wir aussenden. Genau darauf sollten wir alle im Leben mehr achten. Denn was wir in das Außen senden, verändert die Welt in der Weise, wie es unser Innen übergeben hat.

      Liebe erschafft Liebe, Güte eben Güte und Gier, Gier. Alles ist Energie und damit Energie die durch diese Welt reist. Daher ist Kreativität stets eine Energie des Austausches. Dieser wirkt sofort beim malen. Andere die zusehen beim malen, können hinterher diesen Energie Austausch sofort beschreiben.

      Habe ich schon selbst feststellen dürfen. Mir wurden Teile meiner Emotionen beim malen detailliert beschrieben. Das war faszinierend. Es war als hätten die Umstehenden sich selbst in diesen Prozess eingebracht. Das kann nur über unsere Energien geschehen. Daher könnten wir alle sehr viel offener damit umgehen.

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